Eine ›Geschichtenerzählerin‹ war ich von Kindesbeinen an, doch es sind 35 Jahre vergangen, bis mein erstes Buch veröffentlicht wurde. Ich habe einen Beruf gewählt, bei dem ich mit Büchern zu tun hatte, habe zwei Jahrzehnte lang als Diplom-Bibliothekarin an der Uniklinik Hamburg gearbeitet, wo ich auch meinen Mann kennen gelernt habe. Wir haben geheiratet und einen Sohn und eine Tochter bekommen. Den Kindern habe ich nicht nur gerne vorgelesen, sondern auch eigene Geschichten erzählt ...

1993 ist mein erstes Kinderbuch erschienenMuss ja nicht jeder ein Held sein bei Erika Klopp. Und da mich Herr Preußler ja dazu aufgefordert hatte, habe ich ihm das Buch geschickt, zusammen mit einer Kopie seiner Karte. Kurz darauf klingelte bei uns das Telefon, und Matthias, unser Sohn, kam aufgeregt angerannt: »Mama, da ist Otfried Preußler am Apparat!« Das Gespräch werde ich nie vergessen! Herr Preußler war sehr liebenswürdig zu mir, er hat mir Mut gemacht zum Weiterschreiben, und danach hat er mir sein neuestes Buch geschickt: Mein Rübezahlbuch (Thienemann 1993)  mit dieser Widmung: 

 

Zehn Kinder- und Jugendbücher habe ich seitdem geschrieben, und die Postkarte von Otfried Preußler ist bei meinen Lesungen durch viele Kinderhände gegangen. Das hat ansteckend gewirkt: Ich hatte immer eine Menge Post zu beantworten ... 

 

Aber das Leben verläuft nicht immer geradlinig. Anfang der 2000er Jahre hat es meinen Mann und mich aus familiären Gründen von Hamburg nach Niedersachsen aufs Land verschlagen, wo wir gebraucht wurden! Die Hamburger Deern in mir hatte Heimweh ... 2007 bin ich dann leider an Brustkrebs erkrankt und konnte eine - viel zu lange - Zeit nicht mehr schreiben! 

Ich bin aber wieder vollkommen genesen und und habe seitdem drei Bücher veröffentlicht: Zwei für Erwachsene: Für Angela (2013) und (K)ein anständiges Mädchen (2018 unter dem Pseudonym Minna Dreißig) - und ein Kinderbuch: Grünes Licht für Sophie hanebüchen (2016).

2020:  Das nächste Manuskript ist fertig, wieder etwas für erwachsene Leser, Arbeitstitel: Eierlikörchen, meine Damen? Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit: Meine Schwägerinnen wurden im letzten Jahr wegen Eigenbedarf aus ihrer Wohnung in Hamburg-Eppendorf, wo sie mehr als ein halbes Jahrhundert lang gewohnt hatten, herausgeklagt, und unser Sohn, Rechtsanwalt in Hamburg, hat seine Tanten vor Gericht vertreten. Daraus entstand diese Geschichte: Drei Seniorinnen wehren sich mit krimineller Energie gegen die Yuppisierung ihres Stadtteils - mit viel Humor und einem Happy End!  

Und nun stecke ich schon wieder mitten in der nächsten Kindergeschichte, die den Titel Schuddeldibatzi tragen könnte: Finn, sieben Jahre alt, vermisst seine Mama! Da kommt ihm der Schuddeldibatzi zu Hilfe ... Dieses Buch möchte ich meinen drei Enkelkindern widmen!  

 

Ausblick auf 2021: Im nächsten Frühjahr erscheint der zweite Roman unserer Tochter, (von Beruf ebenfalls Rechtsanwältin), in einem großen deutschen Verlag. Ich durfte ihn schon vorab lesen, bin aber trotzdem sehr gespannt! Hoffentlich wird 2021 das Jahr, in dem wir die Corona-Krise überwinden ...